Familienmesse, am 24-11-2002

Schuster Martin

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 Es war einmal in einer kleinen Stadt ein Schuster, der Martin hieß.

Er wohnte in einem Kellerzimmer, dessen einziges Fenster auf die Straße schaute.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!


 Deshalb kann Martin nur die Füße der vorübergehenden Leute sehen. Aber an ihren Schuhen erkennt er jeden, denn es gibt kaum ein Paar Stiefel oder Schuhe, das er nicht schon repariert hat.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 Schuster Martin klopft den ganzen Tag in seiner Werkstatt. Er hat viel zu tun, denn er arbeitet gut und es ist auch nicht zu teuer bei ihm.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 Abends, wenn es dunkel wird und draußen die Laternen angezündet werden, holt Martin sein Lieblingsbuch, die Bibel, vom Regal und setzt sich an den Tisch.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!

 Im Schein seiner Lampe liest er viele Jesus­geschichten, und so wird ihm immer ganz warm ums Herz.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken! Eines Abends: Martin schlägt wieder das große Buch auf. Er liest und wiederholt jeden Satz, den er gelesen hat, denn dann merkt man ihn sich besser.
So denkt er auch über den heutigen Satz: "ICH BIN BEI EUCH - ICH BIN BEI EUCH ALLE TAGE" lange nach.
Dann geht er zu Bett.

„MARTIN", dringt es da ganz leise an sein Ohr. Er schrickt auf, schaut zur Tür - doch die Türe ist zu. Es ist niemand da.

„MARTIN", hört er nun ganz deutlich seinen Namen rufen; aber kein Mensch ist im Zimmer.

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
„MARTIN, MARTIN, SCHAU MORGEN GUT AUF DIE STRAßE, DENN ICH WERDE ZU DIR KOMMEN! "Martin richtet sich auf und reibt sich die Augen. Hat er diese Worte wirklich gehört oder nur geträumt?

 
Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
Am nächsten Morgen steht Martin schon vor Tagesanbruch auf, er hat nicht vergessen, was am Abend war.
Nachdenklich beginnt er zu arbeiten und er sieht immer wieder beim Fenster hinaus.
Auf einmal hört er Schritte - und er sieht

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 den alten Stephan, den Straßenkehrer, wie er den frisch gefallenen Schnee wegschaufelt, sich die kalten Hände bläst und mit seinen Füssen stampft. Martin sieht ihm kurz zu, dann

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 macht er das Fenster auf und ruft: „Stephan, komm nur herein, und wärme dich bei einem Glas Tee bei mir. Du bist ja schon ganz erfroren!"

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken! Stephan kommt zögernd herein und setzt sich an den warmen Ofen. „Kalt ist es Martin, eiskalt!", seufzt er.
Dann schlürft er genüsslich seinen heißen Tee, den Martin ihm hingestellt hat.
Es wird ihm warm, er fühlt sich wohl, er dankt Martin, steht auf und geht.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken! Als der Schuster das nächste Mal zum Fenster hinausschaut, sieht er eine junge Frau mit einem kleinen Kind auf dem Arm. Es muss eine Fremde sein.
Die Frau versucht ihr Kind in ihr viel zu dünnes Kleid zu wickeln, um es so vor dem kalten Wind zu schützen. Martin läuft die Treppe hinauf und ruft: „Du junge Frau, komm herein und wickle hier in der Wärme dein Kind ein!"

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken! Er gibt der Frau von seiner Suppe zu essen und holt aus der Ecke seine alte Jacke. Er gibt sie ihr: Nimm sie, sie ist zwar schon alt, aber sie ist groß genug, um euch beide Warm zuhalten."
Die Frau ist ganz erstaunt, denn so etwas hat sie noch nie erlebt. Sie verbeugt sich vor Martin „Ohne dich wären wir wohl erfroren.", wickelt sich und ihr Kind in die warme Jacke und geht.

(Wieder setzt sich Martin zur Arbeit. Er schaut auch immer wieder zum Fenster hinaus. Bekannte gehen vorbei - Fremde gehen vorbei - aber niemand fällt ihm besonders auf.)

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 Doch plötzlich hört Martin lautes Geschrei von der Straße. Eine alte Frau mit einem Korb beschimpft einen kleinen Jungen, der ihr soeben einen Apfel gestohlen hat.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 Die Alte zerrt ihn an der Jacke, dieser wehrt sich heftig. „Du Lausebengel, die Polizei werde ich holen!" Martin läuft so schnell er kann die Treppe hinauf und


Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken! 
tritt dazwischen. „Lass ihn laufen, er wird es nicht mehr tun."
Leise bittet der Junge um Verzeihung. Er nimmt den Korb „Ich trage ihn dir!" und zusammen gehen sie die Straße entlang.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken! Nun ist es schon Abend geworden, ein langer, kalter Wintertag geht zu Ende. Der Schuster holt sein Lieblingsbuch vom Regal, zündet die Lampe an und setzt sich an den Tisch.
Er will nochmals den Text in der Bibel lesen, der ihn gestern Abend so beschäftigt hat.
Da hört er jemand, Martin schaut sich um. In der dunklen Ecke im Zimmer stehen wirklich Leute, aber er kann sie nicht erkennen.

Eine Stimme flüstert ihm ins Ohr: "MARTIN! " "MARTIN, HAST DU MICH ERKANNT?" „Wen?" fragt Martin.

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!

 "MICH!" sagt die Stimme, und aus der dunklen Ecke des Zimmers tritt Stephan hervor und lächelt.

 

"ICH BIN ES!" sagt die Stimme wieder, und die junge Frau mit dem Kind kommt hervor und lächelt.

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 "AUCH DAS BIN ICH!" sagt die Stimme. "UND AUCH DAS BIN ICH!" und die alte Frau und der Junge kommen hervor und beide lächeln.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 Da begreift der Schuster Martin, dass JESUS an diesem Tag wirklich zu ihm gekommen ist, und er, Martin, hat ihn angenommen.
Da wird ihm ganz warm ums Herz.

 

Zum Betrachten eines grossen Bildes hier klicken!
 Er setzt seine Brille auf und beginnt in der Bibel zu lesen, und auf dieser aufgeschlagenen Seite steht: "Was du dem Ärmsten getan hast, das hast du mir getan."

Das Abschlusslied wird mit Morphinstrumente begleitet...

Beim Abschlusslied konnten die Kinder mit Morphinstrumente mitmusizieren!
 

Text: Martin der Schuster
AV - Edition München - Offenbach

Copyright: Pfarre Ybbs

Seite zuletzt geändert am: 12-02-03

Schliessen