Unter dem Thema „Bibel
– na und!?!“ fanden im Pfarrzentrum Ybbs von 3. bis 15.
November 2003 Biblische Wochen statt. Das Jahr der Bibel wurde in diesen
Tagen sehr lebendig.
Das Ziel bestand einerseits darin, den Pfarrangehörigen die Bibel als
das „Buch der Bücher“ erneut schmackhaft zu machen, andererseits auch
Begegnungen mit nicht in der Pfarre Aktiven zu ermöglichen – also eine
Veranstaltung für Jung und Alt, Nah und Fern.
Dazu wurden KünstlerInnen der Stadt eingeladen, ihre Beiträge zu
liefern. Von Ölbildern und Aquarellen über Ikonen und kunstvollen
Handarbeiten gab es schöne Werke zu selbst gewählten Themen zu sehen.
Das Pfarrheim verwandelte sich in diesen Tagen zu einem Raum, in dem es
nicht nur Interessantes zu sehen gab, sondern auch die Möglichkeit zu
Begegnung, Austausch und Stärkung (für Körper, Geist und Seele) geboten
wurde – anders als sonst!
Ein Büchertisch und eine Tafel auf der Bibelstellen zum „Pflücken“ zu
finden waren, sollten dazu beitragen sich auch zuhause weiterhin mit der
Bibel zu beschäftigen.
Auf dem Programm standen eine Eröffnung mit musikalischem Beitrag der
Whoopi Singers, eine offene Bibelrunde, ein Diavortrag von Kaplan Rupert
Grill über Israel, biblisch Kochen, ein sehr gut besuchter
Bibelnachmittag für VS-Kinder und eine Bibelnacht für HauptschülerInnen
sowie ein Abend für alle Singbegeisterten.
Die Filme „Jesus von Montreal“, „Der Prinz von Ägypten“ und „Jesus
Christ Superstar“ wollten einen einmal anderen Zugang zu biblischen
Themen ermöglichen.
Auch liturgische Angebote kamen natürlich nicht zu kurz: eine
Morgenmeditation mit Psalmen und ein Abschlussgottesdienst, dessen
musikalische Gestaltung die Musikschule übernahm.
Das Zentrale dieser Wochen war die von den SchülerInnen der Ybbser
Schulen gestaltete Bibelausstellung. Knapp nach Schulbeginn wurde
mit der Planung begonnen. Je näher der Eröffnungstermin kam, desto
eifriger arbeiteten alle Beteiligten an der Sache.
Dass der Mensch nicht nur vom Brot lebt, damit wurde der Besucher schon
im Vorraum durch eine Schautafel konfrontiert.
Ob der Turm zu Babel mit einem Friedenswort in allen Sprachen der
nichtösterreichischen SchülerInnen, ein „Bibelhaus“ mit selbst
angefertigten kleinen Bibeln, Bastelarbeiten, die die Umwelt Jesu zeigen
sollten oder Plakate und Bilder zu den Themen das Land Jesu, die
Entstehung des AT und NT, das Judentum, der Auszug aus Ägypten, die
Schöpfung und Jesus von Nazareth – alles trug dazu bei, dass sich junge
Menschen der Volks- und Hauptschule, der Polytechnischen Schule und der
HAK mit der Bibel auseinandersetzten.
Dass die Bibel kein langweiliges Thema ist, davon überzeugte eine
Klasse der HAK: sie präsentierte bei der Eröffnungsausstellung ein
Video mit humorvollen Spots zur Bibel.
Das Sonderpädagogische Zentrum beteiligte sich mit Bastel- und
Werkarbeiten zu verschiedenen Bibelstellen: Der Mantel Josefs, ein
Schiff, ein Klebebild des Linseneintopfes der Jakobsgeschichte, Davids
Harfe, Sparbüchsen mit einem Schafskopf und Brotteller mit
der Darstellung von Brot und Fisch.
Auch die Sinne kamen nicht zu kurz: Getreidesorten aus biblischer Zeit
konnten angefühlt und Düfte von Pflanzen, die die Bibel erwähnt konnten
gerochen werden. Dabei waren auf Kärtchen die entsprechenden
Bibelstellen zu lesen. Ebenso gab es Kostproben von Feigen, Datteln,
Nüssen, Äpfeln und Trauben die als kleine Stärkung auf die BesucherInnen
der Ausstellung warteten. Wer Wissen über Tiere und Pflanzen in der
Bibel erwerben wollte kam ebenso auf seine Rechnung.
Das vom Arbeitskreis Ehe und Familie der Pfarre liebevoll
angerichtete Buffet bei der Eröffnung und beim Abschluss der Bibelwochen
wird noch lange in Erinnerung bleiben: Der Honigwein (Met) stieg so
manchem Erwachsenen ein wenig in den Kopf und das Fladenbrot mit den
köstlichen Aufstrichen ließ die BesucherInnen nicht so schnell nachhause
gehen.
Die Kleidung eines Römers mit Lorbeerkranz und verschiedene
Schmuckstücke sollten ebenso in die Zeit Jesu zurückversetzen wie
unterschiedliche Kultgegenstände aus dem Judentum.
Besonders „eingeschlagen“ hat ein von FL Karl Haslauer selbst
angefertigter Holzblock, der die Erzählung von Paulus und Silas im
Gefängnis immer wieder nachspielen ließ.
Verschiedene Bibelausgaben in verschiedenen Sprachen ließen die Bibel
als Bestseller in Erinnerung rufen.
Von „Kirche in Not“ gab es Kinderbibeln, die die SchülerInnen schon
dadurch begeisterten, dass besonders nicht deutschsprachige Kinder das
Buch gleich in ihrer Muttersprache fanden.
Eine PC-Ecke mit Bibelspielen, eine Hörecke mit Bibel-CDs, eine Spiele-
und Rätselecke sowie eine „Bibelforscherecke“ wollten gerade Kindern und
Jugendlichen die Gelegenheit bieten, sich einmal kreativ mit dem Buch
der Bücher zu beschäftigen.
Wer seine Kenntnisse zur Bibel herausfinden wollte, hatte die
Möglichkeit, die Fragen auf den bunten Kärtchen die das Stiegengeländer
zierten, zu beantworten – sie waren natürlich mit der richtigen Lösung
versehen.
Ein besonderer Höhepunkt war eine abendliche Bibellesung aus der unter
der Leitung von FL Leo Sündhofer von HauptschülerInnen handgeschriebenen
und illustrierten Bibel. Im Beisein von FI Mag. Merkinger, dem Ybbser
VS-Direktor, dem Volksschulchor, Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen
wurden in stimmungsvoller Atmosphäre Passagen aus dem Markusevangelium
gelesen.
Die Bibelnacht wird den 11- bis 13jährigen Teilnehmerinnen noch lange in
Erinnerung bleiben, besonders dann, wenn sie die selbst gebastelten
Tonlampen zur Hand nehmen und sich an die verschiedenen Workshops,
Spiele, die Mitternachtsgeschichte und das gute Essen erinnern. Eine
Wiederholung ist bereits geplant.
Das Linzer Bibelwerk,
Die Österreichische Bibelgesellschaft,
die Töpferei Brandl und die
Gärtnerei Korner trugen dazu bei, dass
die hauptsächlich von den SchülerInnen gestaltete Bibelausstellung noch
ihren letzten Schliff bekam.
Alles in allem: Jede und jeder der wollte, ob Jung oder Alt konnte auf
seine Rechnung kommen, wenn er nur wollte. Für den Religionsunterricht
war es eine Bereicherung, einmal länger mit dem Thema „Bibel“ zu
arbeiten und gleichzeitig für uns LehrerInnen ein Ansporn, wieder mehr
in der Bibel zu lesen und ihren Inhalt für unser Leben erneut ernst zu
nehmen.
Ein besonderer Dank gilt unserem Pastoralassistenten,
Mag. Josef Poschenreithner, dem
Organisator der Biblischen Wochen –
ohne ihn (und das Jahr der Bibel) hätten wir uns alle sicher nicht so
„ins Zeug gelegt“.
Text: Helga Sebernik