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Die
Entwicklung der Stadt
Das Marktrecht und verschiedene andere
Privilegien (Stapel- und Uferrecht, Urfar), der Sitz einer
kaiserlichen Maut und die Mündung der alten Handelsstraße aus den
Eisenwurzen bewirkten ab dem 13./14. Jahrhundert einen starken
wirtschaftlichen Aufschwung. Ybbs wurde in der Folge ein bedeutender
Umschlagplatz für Tuch, Eisenwaren, Salz und Wein. Der Beiname „Burg“ (von
Eparesburg, später Ypsburg) verschwand nach 1234 aus dem Ortsnamen. Seit 1239 wurde der Ort nur mehr Yps (später Ybbs) genannt.
Durch die frühe Parteinahme auf Seiten der
Habsburger erreichte die Stadt viele Rechte und Vergünstigungen.
Die Verleihung des Landgerichtes durch Friedrich III. im Jahre 1317
bildete auch die Grundlage zum Stadtrecht. Die politisch unruhigen
Zeiten seit dem Beginn der Neuzeit brachten auch für unsere Stadt schwere
wirtschaftliche Rückschläge.
Ungarneinfälle, Türkennot – „Renner und
Brenner“ – konnten erfolgreich abgewehrt werden. Anders war es mit der
Belagerung durch die aufständischen Bauern im Jahre 1597. Die Stadt
ergab sich und büßte dafür – einige Jahrzehnte lang – die
landesfürstlichen Privilegien ein. Das konnte sie nur schwer verkraften.
Die allgemeine Notzeit des Dreißigjährigen Krieges brachte Verwüstungen
und einen starken wirtschaftlichen Abbau.
1800 besetzten französische Truppen
die Stadt – in weiterer Folge auch 1806 und 1809. Um die allgemeinen
Kriegsauslagen dieser Zeit zu finanzieren, forderte man von Kirche und
Klerus Beiträge ein. 1806 wurde eine Repunzierung, die Aufnahme und
Feststellung des Feingehaltes aller Gold- und Silbergeräte in den Kirchen,
angeordnet und vollzogen. Die Ablieferung erfolgte 1809. Es bestand aber
die Möglichkeit, die Kirchengeräte gegen den entsprechenden Geldwert
freizukaufen, wovon vielfach Gebrauch gemacht wurde.
Die
Entwicklung der Pfarre
Das Gebiet der heutigen Pfarre Ybbs lag
ursprünglich im Bereich der Urpfarre Petzenkirchen, aus der St.
Martin am Ybbsfeld als eigene Pfarre ausgeschieden wurde.
Diese Pfarr - Rechte
wurden um 1200 nach Ybbs übertragen.
Als eigene landesfürstliche Pfarre wird Ybbs erstmalig im Lonsdorfer Kodex
um 1250 erwähnt.
In der Zeit der Reformation wurde die
Stadt auch von den Lehren Martin Luthers erfasst. Die Pfarrer während
der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vertraten die evangelische Lehre,
deren Verkündigung jedoch im Zuge der Gegenreformation verboten wurde.
Ein weiteres geistliches Zentrum in Stadtnähe
war das von Adelheid Gottschalk 1291 gegründete
Zisterzienserinnenkloster zum Heiligen Geist in der Vorstadt Piesenegg.
1258 wurde dieses dem Königskloster der Klarissinnen in Wien übergeben.
1631 hat man das zu dieser Zeit leer stehende Gebäude in ein
Franziskanerkloster umgewandelt, das aber 1784 den Klosteraufhebungen
Kaiser Josefs II. zum Opfer fiel. Heute befindet sich an der Stelle dieses
Klosters das Therapiezentrum der Stadtgemeinde Wien.
Hochwasser-
und Brandkatastrophen
Die Stadt wurde wiederholt von schweren
Bränden und Hochwasserkatastrophen heimgesucht. Nur sieben Häuser
überstanden zum Beispiel die Brandkatastrophe vom 17. Juni 1716,
der 53 Häuser zum Opfer fielen. Bei einem weiteren Großbrand am
16. Juni 1868 wurde wiederum die ganze Stadt vernichtet.
Schwere Hochwasserkatastrophen gab es in den
Jahren 1488 und 1501. Im Jahr 1501 war überhaupt die größte
(registrierte) Überschwemmung der Stadt und ihrer Umgebung. Das Wasser
reichte in der unteren Stadt bis zu den Dächern, und die Wellen
schlugen fast bis an die Mauern der Pfarrkirche. Weitere Hochwässer
sind dokumentiert: 1602, 1787, 1862, 1883, 1890, 1892, 1897, 1899,
1920, 1954, 1975, 1991 und 2002.
Die Entwicklung in den
letzten beiden Jahrhunderten
Die Lage der Stadt abseits vom
Verkehrsstrom der Westbahn hatte für ihre wirtschaftliche
und kulturelle Entwicklung starke negative Folgen. Daran
konnte auch der Bau einer Kleinbahnverbindung (Straßenbahn) vom Hauptplatz
zum Bahnhof in Kemmelbach nichts ändern.
Die Zeit der beiden Weltkriege und die
Zwischenkriegszeit war für weite Kreise der Bevölkerung von Not
und Armut geprägt. Die Kirche bemühte sich nach Kräften, Abhilfe zu
schaffen. Nicht zuletzt die Demontage der Kirchenglocken schmerzte tief.
Alle noch so einschneidende Maßnahmen nach 1938 konnten aber das religiöse
Leben nicht wirklich unterbinden.
Nach dem 2.
Weltkrieg war die Kirche
eine wichtige Zuflucht in Not und Entbehrung. Die politische
Stabilisierung, zu der auch die Kirche verantwortungsbewusst beigetragen
hatte, führte zu einem allgemeinen Wohlstand bis heute. Auch die Stadt
Ybbs hat sich in dieser Zeit wirtschaftlich und baulich – insbesondere
jedoch als Schulstadt – gut entwickelt.
Die Renovierung der Pfarrkirche
Nach
der Außenrenovierung im Jahre
1990 war Mitte der 90-ziger Jahre nach mehr als vierzig Jahren auch eine große
Innenrenovierung notwendig geworden. Der Putz begann an manchen
Stellen schon zu zerfallen. Die Altäre und Figuren mussten neu vor
dem Holzwurm geschützt werden. Außerdem mussten Heizung, Beleuchtung und
Elektroinstallation erneuert werden.
Es sollten mit der Innenrenovierung aber nicht
nur Kulturgüter erhalten werden und die notwendigen baulichen Maßnahmen
gesetzt werden, sondern auch die Kirche neu für die Bedürfnisse der feiernden
Pfarrgemeinde unserer Tage angepasst werden.
Zwei wesentliche Veränderungen
seien hier hervorgehoben.
Der
neue Ort des
Altares und der neue Ort des Taufbeckens.
Wie man in der
Taufe die Gemeinschaft der Kirche
und die Gemeinschaft mit Christus aufgenommen wird, so wird in der
Eucharistiefeier am Sonntag diese Gemeinschaft gefeiert, erneuert und
gestärkt. Es ist bei der Renovierung der Pfarrkirche gelungen diese beiden
zentralen Orte des christlichen Feierns –
Altar
und
Taufstein –
auch baulich ins Zentrum zu stellen.
Auch wenn der große Teil der Innenrenovierung
1997/98 durchgeführt wurde ist diese noch nicht vollständig abgeschlossen.
Die
Kanzel
wurde auch vollständig
neu renoviert.
Der Schalldeckel wurde bereits vor Weihnachten 2001 fertig
gestellt. Die
Plastiken und Ornamente der unteren Brüstung sind Ende März fertig
gestellt worden.
[Verweis zur
Kanzelbeschreibung] Am Sonntag, den 7.
April 2002 gab es eine
Predigt über die Kanzel von der neu renovierten Kanzel.
In den nächsten Jahren sollen noch die
Orgel, der
Hochaltar und die Kreuzwegbilder
renoviert werden, wobei natürlich vor allem die Orgelrenovierung eine sehr
kostspielige Angelegenheit ist.
Der Altar im Zentrum:

Mit der Reform der Liturgie nach dem zweiten
Vatikanum wurden wesentliche Aspekte der Eucharistiefeier wieder entdeckt.
Der Altar soll bei der heiligen Messe, die als gemeinsames
Erinnerungsmahl an Jesus verstanden wird, in der Mitte der versammelten
Gemeinde stehen und mit Jesus Christus, der in Brot und Wein anwesend ist, den
Mittelpunkt bilden.
Mit dem
neuen
Ort des Volksaltares wurde eine Lösung gefunden, den vorhanden
Kirchenraum für dieses neue Verständnis der Eucharistie als gemeinsame Feier der
Jüngerinnen und Jünger Jesu zu adaptieren. Auch die
Neuordnung der Sitzbänke sollte dazu
einen Beitrag leisten.
Die Schaffung eines geeigneten Ortes für die
Taufe:
Die Aufstellung des Taufsteins in
der Mitte des rechten Seitenschiffs bringt einen weiteren wichtigen neuen Aspekt
in die Gestaltung des Kirchenraumes ein.
Die „kleine Taufkapelle“ die dadurch entsteht
ermöglich einmal eine schöne Gestaltung der Tauffeier, bei der die
Feiergemeinschaft sich rund um den Taufstein
versammelt und das Wasser der Taufe auch wirklich aus dem Taufstein
geschöpft werden kann.
Der so mehr in die Mitte gerückte Taufstein
erinnert aber auch jeden, der ihn sieht an die eigene Taufe. In der Taufe wurden
wir in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.
Ein Rundgang durch die Kirche
Beim
Eintritt in die Kirche beeindruckt die
barocke Einrichtung im gotischen Bauwerk. Die Einrichtung hat reichen
plastischen Schmuck, und der Gläubige vermag etwas von dem zu spüren, was Jakob
in seinem Traum sah: "Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor
des Himmels" (Gen 28,17).
Im
nördlichen Seitenschiff befindet sich der
Sebastiansaltar
Wer war der
heilige Sebastian?
Die wenigen historischen Quellen zu diesem
Heiligen berichten nur von seiner Herkunft aus Mailand und von seinem Martyrium
am Beginn der Diokletianischen Christenverfolgung in Rom. Der Legende
nach soll er mit Pfeilen beschossen worden sein, die ihm aber nichts
anhaben konnten. Schließlich wurde er mit Keulen erschlagen. Er wurde – durch
das ihm zugeschriebene Erlöschen einer um 680 in Italien wütenden Pest – zum
wichtigsten Schutzheiligen gegen diese furchtbare Seuche. Sein Gedenktag
ist der 20. Jänner.
Ein Zusammenhang mit der großen Pestkatastrophe in Ybbs
(1645), der erfolgreich abgewehrten Pestkatastrophe im Jahre 1713 und dem
1720 errichteten Sebastiansaltar wird stark vermutet.
Die barocke Kanzel aus dem Jahre 1730 enthält in ihrer Gestaltung ein
klares theologisches Programm. Ganz oben steht
Christus als Sämann.
Er sät das Wort des Evangeliums (die 4 Evangelisten
sind in der unteren Hälfte dargestellt) aus in die Herzen der Menschen aller
Erdteile. Die vier damals bekannten Erdteile sind am Schalldeckel
als 4 sitzende Könige symbolisiert.
An der Rückseite zwischen der von zwei Engeln gehaltenen Draperie
befindet sich ein vergoldetes Relief, das die Parabel vom bösen Feind, der das
Unkraut in den Weizen sät (Mt 13,24-30, 36-43), darstellt.
Der Hörer soll das
Wort Christi aufnehmen und wie Weizen sein und nicht zum Unkraut werden.
Das Programm der
Kanzel kann aber
auch als eine Relativierung, bzw. Warnung an den Prediger verstanden werden.
Wenn er auf der Kanzel, so hoch über den Menschen thront, dann muss er sich
bewusst bleiben, dass Christus immer über ihn steht. Er soll sich vom Geist
leiten lassen (Taube im Schalldecken) und nicht Unkraut sondern Weizen in die
Herzen der Menschen säen. Eine notwendige und nicht immer einfache
Herausforderung.
(Freie
Interpretation von Kaplan Lic. theol. Rupert Grill)
Der Kreuzaltar
Der
Kreuzaltar
befindet sich am rechten vorderen Langhauspfeiler und stammt in seiner heutigen
Form – wie die Jahreszahl auf dem Wappenschild berichtet – aus dem Jahr 1720. In
der Flachnische – zwischen bunt marmorierten Säulen und kantigen Pfeilern – ist
ein spätbarockes Kreuz aufgestellt. Zu Jesu Füßen kniet Maria Magdalena.
Seitlich stehen auf ausladenden Konsolen Maria, die Mutter Jesu, und der Apostel
Johannes. Es handelt sich um die barocke Darstellung der Kreuzigungsszene, wie
diese bei Johannes (19,19-30) aufgezeichnet ist. Unter dem Kreuz steht als
Opfersymbol ein Kelch (Johannes 18,11). Daneben liegt noch ein vergoldeter
Totenkopf, der den Kopf Adams darstellen soll. Nach einer spätjüdischen Legende
wurde nämlich Adam in dem Felsen begraben, auf dem später Jerusalem erbaut
worden war.
Auf dem Aufsatzbild zwischen den Engeln befindet sich in einem
Wolkenkranz mit Cherubsköpfen das Symbol des Heiligen Geistes, die Traube, von
der goldene Strahlen ausgehen. Oberhalb sitzt Gott Vater neben der Weltkugel.
Darüber steht zwischen Putten und Vasen – als Themenangabe – das Kreuz.
Der Marienaltar
Der
Marienaltar
steht im südlichen Seitenschiff. Im gut komponierten, geschwungenen Aufbau hängt
unter einem Baldachin das Ölbild „Maria auf
der Mondsichel“. Es zeigt die Muttergottes in braunem Gewand und
pelzverbrämtem Mantel. Sie hält das Jesuskind in den Armen. Zwei Engel schweben
über ihrem Haupt und halten eine Krone. Besonders schön ist der Goldgrund, der
mit reichen Ornamenten ausgeschmückt ist. Nach der Art der Ikonen ist der
Goldgrund Symbol für den Himmel. Der Blick für die übernatürliche Wirklichkeit
und die Heilsgeheimnisse soll sich in diesen Bildern öffnen.
Links und rechts von der Bildnische weisen die vergoldeten Holzstatuen
der heiligen Anna und des heiligen Joachim auf die Mutter des
Herrn hin. Im Aufsatz ist zwischen zwei auf Segmentgiebeln sitzenden Engeln das
Bild des heiligen Josef angebracht.
Bekrönt wird der Altar von der um
die Weltkugel gruppierten
Allerheiligsten
Dreifaltigkeit.
Wichtiger
Hinweis:
Manche der hier
dargebotenen Texte und Bilder wurden dem Kirchenführer der Stadtpfarrkirche Ybbs
an der Donau entnommen. Es sollen aber hier nicht alle Details der Kirche
dargeboten werden. Genauere Informationen über die Ybbser Stadtpfarrkirche
entnehmen Sie bitte dem Kirchenführer.
Dieser
kann bei Bedarf auch online bestellt werden.
Preise: € 3,50 groß, € 1,00 klein
Weiters
kann erstmalig die Pfarrgeschichte ab 1611 auf 8 CDs am Computerbildschirm
präsentiert werden.
Im Laufe der Jahrhunderte haben sich 21 Taufbücher, 14 Trauungsbücher und 20
Sterbebücher sowie eine Pfarrchronik angesammelt. Um nun die Bücher zu schonen,
begann heuer die Pfarre Ybbs (als eine der ersten Pfarren der Diözese St.
Pölten) mit großer Unterstützung des Leiters des Diözesanarchivs, Herrn Dr.
Aigner, mit der Digitalisierung von 31 Büchern. Tausende Seiten wurden von einer
Firma aus St. Leonhard/Forst fotografiert und auf Computer gespeichert. Das
Ergebnis ist nun auf 8 CDs abrufbar. Die Geschichte der Pfarre und der Stadt und
seiner damaligen Einwohner kann nun einfach am Bildschirm nachgelesen werden,
einzelne Eintragungen können im Original ausgedruckt werden. Als „Lesehilfe“
steht Frau Martha Schadenhofer zur Verfügung. Für Ausdrucke von Originalen ist
für die Refinanzierung ein kleiner Kostenersatz zu leisten. Jeder Interessierte
kann natürlich auch nach telefonischer Vereinbarung (07412/52542) Einblick in
die „digitale Pfarrbibliothek“ nehmen.
Unter dieser Telefonnummer kann auch auf Wunsch eine Führungen in der
Pfarrkirche bestellt werden!
Weiters kann das 2004 fertig gestellte Totengedenkbuch durchgesehen werden.
Alle seit 1950 verzeichneten kirchlichen Begräbnisse wurden kalendermäßig
eingetragen. Frau Martha Schadenhofer hat dafür viel
Schreibarbeit geleistet. Auch mussten viele fehlende Daten erst mühsam
zusammengetragen werden. Das Buch liegt in der Kirche
aufgeschlagen (mit dem jeweiligen Tagesdatum) auf. Interessantes Detail:
Der Tag mit den meisten Sterbefällen (17) in den letzten 54 Jahren: 15. Juni -
hingegen ist für den 1. Dezember kein Sterbefall vermerkt.
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