Die Ybbser Pfarre auf Reisen
Die Möglichkeit, bei der ersten Ybbser Pfarrreise dabei zu sein, packten 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Schopf. Die geistliche Begleitung übernahm Pfarrer Dr. Gerhard Reitzinger, die Reiseleitung lag in den Händen von Elisabeth Ortner. Vom 3. – 6. Juni 2024 waren wir im Raum Südostbayern unterwegs.
Wir starteten in der Drei-Flüsse-Stadt Passau, in der sich Inn, Donau und Ilz vereinen. Nach einer interessanten Stadtführung besuchten wir ein Orgelkonzert im Dom zu St. Stephan. Die Passauer Domorgel mit ihren 17 974 Pfeifen und 233 Registern in fünf Orgelwerken gilt als größte katholische Kirchenorgel der Welt und als größte Orgel Europas. Neben der prächtigen Ausstattung des Domes mit reichlich Stuckverzierung und farbintensiven Fresken fiel die moderne Neugestaltung des Altarraumes auf. Eine monumentale Figurengruppe aus Pappelholz mit aufgehämmertem Silberblech stellt die Steinigung des Stephanus dar.
Der zweite Tag führte die Gruppe nach Regensburg. Wir besichtigten die Abteikirche St. Emmeram. Dort feierte Pfarrer Gerhard mit uns in der Krypta, die dem Hl. Wolfgang geweiht ist, eine heilige Messe. Bei einer Stadtführung und einem anschließenden gemütlichen Bummel durch die schmalen Gassen der Altstadt lernten wir Geschichte und Geschichten einer 2000 Jahre alten Stadt kennen. Die mittelalterliche Stadtstruktur mit ihren engen Gassen, den Patrizierburgen, Geschlechtertürmen und Kirchen ist wie in keiner anderen Stadt Deutschlands bis heute erhalten. Seit 2006 gehört sie zum Weltkulturerbe.
Der Dom St. Peter ist die Hauptkirche Regensburgs. Mit seiner reichen Ausstattung gehört der Regensburger Dom zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen in Deutschland. Etwas Einmaliges ist der lachende Engel Gabriel, er ist der erklärte Star des Regensburger Domes. Mit strahlendem Lachen überbringt er gute Nachrichten an Maria, die ihm in der Kirche gegenübersteht. Faszinierend sind auch die rund 1.100 mittelalterlichen bunten Glasscheiben, verteilt auf 39 hohe schmale Fenster.
Nach soviel Information stärkten wir uns einmal – wie soll es in Bayern anders sein – mit Bier, Weißwurst und Brezn. Dann ging es weiter in das Schloss der Fürstenfamilie Thurn und Taxis, die hier seit 1812 ihren Stammsitz hat. Unsere Gruppe erlebte bei einer Führung durch eines der größten privaten Schlösser Europas die mittelalterliche Atmosphäre im Kreuzgang des ehemaligen Stiftsgebäudes sowie prunkvolles Mobiliar und wunderschöne Gemälde in den herrschaftlichen Räumen des Schlosses. Da strengstes Fotografierverbot bestand, gelang es nicht, die Skuriosität des gelben Spiegeleis einzufangen. Modernste Kunst in ehrwürdigen alten Gemäuern!
Auch der nächste Tag führte uns vorerst nach Regensburg und seinen Sehenswürdigkeiten.
Die hochwasserführende Donau überquerten wir gefahrlos über die Steinerne Brücke, die seit dem 12. Jhdt. besteht. Für Jahrhunderte war sie der einzige feste Übergang über die Donau zwischen Ulm und Wien.
Beeindruckend zeigte sich auch der Goldene Turm. Je reicher und bedeutender die Familie, umso höher der Turm. Diese sogenannten Geschlechtertürme der Patrizierfamilien boten nur im unteren Bereich Wohnraum, die übrigen Geschoße waren Zeugnis für Reichtum.
Das Portal zum Alten Rathaus bewachen zwei steinerne Figuren, Schutz und Trutz genannt. Hier befindet sich im Obergeschoß der Reichssaal, die ehemalige Versammlungsstätte der Gesandten des damaligen immerwährenden Reichstages. Im Untergeschoß besichtigten wir Gefängniszellen und Folterkammern – schauderhaft!!!
Um uns von diesen düsteren Vorstellungen abzulenken, machten wir uns auf die Suche nach der Regensburger Stadtmaus. Die gibt es wirklich! Aber wo versteckt sie sich? Es heißt: Suchen – Entdecken – ganz wichtig: Streicheln – nochmals Kommen!
Nachmittags machten wir uns auf den Weg in die, über 75.000 Einwohner zählende, Stadt Landshut, die an der Isar liegt. Über der Stadt thront die gut erhaltene Burg Trausnitz. Hier besuchten wir als Erstes die gotische Martinskirche mit dem höchsten Backsteinturm der Welt. Hochaltar, Chorgestühl, Kanzel, Glasfenster, Rosenkranzmadonna – das alles findet man hier in meisterlicher, bewundernswerter Ausführung. Besonders erwähnenswert aber ist ein spätgotisches Chorbogenkreuz, eines der größten Europas, welches fast zur Gänze aus einem Stamm geschnitzt ist. Hier hielten wir auch eine kleine Andacht mit Liedern und Texten.
Einmalig in der Altstadt, links und rechts der überbreiten Fußgängerzone, sind die unterschiedlich pastellfärbigen Häuser, eng aneinandergebaut in Häuserzeilen mit den verschiedensten Giebelformen aus Gotik und Renaissance.
Die berühmte Landshuter Hochzeit konnten wir im Prunksaal des Rathauses bestaunen. In großen Wandgemälden wird hier, die 1475 erfolgte Heirat des bayerischen Herzogs Georg des Reichen mit der polnischen Königstochter Hedwig gezeigt. Als Erinnerung an diese Hochzeit findet seit dem Jahr 1903 alle vier Jahre ein mehrwöchiges historisches Fest in Landshut statt, bei dem die Hochzeit nachgespielt wird.
Den letzten Tag verbrachten wir in Straubing, einer alten Herzogsstadt an der Donau. Wir besuchten die Basilika St. Jakob. In dieser gotischen Hallenkirche besitzen die Glasgemälde der Hochfenster den größten kunsthistorischen Wert.
Die Ursulinen-Klosterkirche, außen schlicht, überraschte mit einem prächtigen spätgotischen Innenraum.
Der Stadtplatz mit den beiden frühgotischen Brunnen, mächtigen Bürgerhäusern, reich verzierten Fassaden und dem Stadtturm in der Mitte bilden ein lebendiges Zentrum. Das Wahrzeichen der Stadt ist der fünfspitzige Stadtturm, der früher als Wacht- und Uhrturm diente. Seit dem Jahr 1999 ist ein Glockenspiel eingerichtet. Zweimal täglich wird eine Melodie aus den 300 eingespeicherten Melodien gespielt. Wir hörten „Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich“ aus Mozarts Zauberflöte.
Voll beladen mit unauslöschlichen wunderbaren Erlebnissen und reich beschenkt durch Gespräche, Aufmerksamkeit und Wertschätzung in unserer kleinen, aber feinen Reisegemeinschaft kehrten wir nach vier Tagen wieder nach Hause zurück.
Dass wir das alles erlebt haben, verdanken wir unserer großartigen Reiseleiterin, Frau Elisabeth Ortner, die viel Zeit, Engagement und Herzblut in die Vorbereitung dieser Reise gesteckt hat, die sich Gedanken machte, um uns ein vielfältiges Programm anbieten zu können, die uns im Bus mit Informationen versorgte und auch vor Ort alles für uns organisierte.
Ein ganz, ganz großes Dankeschön!!!
Sabine Amstler